ADVYCE-STUDIE ZUR AGILITÄT VON BANKEN

Viele Banken in Umsetzungsstarre: Wir müssen schneller werden – nur wie?

Düsseldorf, 27. November 2019. Viele deutsche Banken haben die Notwendigkeit agiler Arbeitsweisen für die eigene Organisation und ein besseres digitales Kundenerlebnis zwar erkannt, an der Umsetzung aber hapert es. Während rund 75 Prozent aller Befragten angeben, dass agiles Arbeiten für ihr zukünftiges Geschäftsmodell hoch relevant ist, bezeichnen immerhin 40 Prozent ihre eigene Organisation als nach wie vor nicht agil. Von diesen rund 40 Prozent sagen allerdings lediglich 17 Prozent, dass sich ihre Organisation aktiv gegen die Einführung agiler Methoden entschieden hat – ein klares Indiz für interne Umsetzungshemmnisse. Als solche Hemmnisse identifizieren die Befragten vor allem zu lange Entscheidungswege und hohe Kosten. Dies sind Ergebnisse der Studie „Agilität bei Finanzdienstleistern“, für die die Strategieberatung Advyce rund 120 Führungskräfte in etwa 80 Instituten verschiedener Größen befragt hat.

„Der Kunde erwartet von seiner Bank heute rund um die Uhr einfache Lösungen und Dienstleistungen. Voraussetzungen für eine positive user experience ist aber eine agile Arbeitsweise, die rasches Reagieren im Sinne der Kundenanforderungen überhaupt erst ermöglicht. Gleichzeitig vertrauen Kunden Ihre Daten, und damit eines der wichtigsten Assets für die Banken, gern renommierten Marken an. Dieses Potenzial müssen Banken deutlich stärker heben, wenn sie in Zukunft erfolgreich sein wollen“, sagt Jens Wöhler, Studienverantwortlicher bei ADVYCE.

CHANCE ERKANNT, NUR WIE NUTZE ICH SIE?

Agilität beginnt im Kopf. Während von den 40 Prozent der Institute, die sich selbst als noch nicht agil bezeichnen, mehr als 80 Prozent angeben, dass sie in Zukunft von agilen Methoden profitieren wollen und müssen, sagen nahezu ebenso viele aus dieser Gruppe, dass sich Entscheidungen zu lange hinziehen und mit zu hohen Kosten verbunden sind. Gleichzeitig scheint der „Leidensdruck“ noch nicht wirklich hoch: 45 Prozent der genannten Gruppe sagen, sie hätten die Herausforderungen der Digitalisierung bis heute auch ohne den Einsatz agiler Methoden gemeistert.

UMSETZUNG AGILER METHODEN: POSITIVE EFFEKTE UND EMPOWERMENT VS. ANGST VOR KONTROLLVERLUST

Dort wo Agilität bereits gelebt wird, sehen die Führungskräfte dies anders. Aus der Gruppe der 60 Prozent, die ihr Haus als bereits agil bezeichnen meinen 75 Prozent, dass Agilität und erfolgreiche Digitalisierung eng zusammengehören. Gar 86 Prozent sehen einen bereits realisierten positiven Kosteneffekt und alle Teilnehmer aus dieser Gruppe sagen, sie sind effizienter und schneller geworden, und: ohne agile Methoden werde es in Zukunft kein am Markt erfolgreiches Geschäftsmodell mehr geben.

Aber auch in der Gruppe der agilen Banken, braucht der Bewusstseinswandel, als Voraussetzung durchgängig agilen Arbeitens, offensichtlich seine Zeit: Immerhin 75 Prozent sagen, dass mit der Einführung agiler Methoden, und dem damit verbundenen stärkeren Delegieren von Verantwortung und Entscheidungsgewalt, ein Steuerungsverlust einhergegangen ist.
„Agiles Denken und Handeln ist eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Geschäftsmodell von Banken. Es erfordert aber einen ganzheitlichen Transformationsprozess mit zahlreichen Anforderungen an die Organisationskultur und -struktur, Führung und Steuerung sowie Technologie und Tools. Auch Top-Führungskräfte müssen lernen „loszulassen“, wenn Strukturen und Prozesse im Sinne des Kunden flexibel und rasch umsetzbar gestaltet werden sollen. Es werden aber in Zukunft nur die Banken erfolgreich sein, die diesen ganzheitlichen Ansatz verstehen und konsequent umsetzen“, sagt Burkhard Wagner, Geschäftsführer bei ADVYCE.

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Von Erik Bethkenhagen | 27.11.2019 | Impulse Presse