Manager Magazin zu Entwicklung im VW-Prevent-Fall mit Zitat von ADVYCE Senior Partner Marc Staudenmayer

Wilfried Eckl-Dorna zitiert im Manager Magazin heute ein Interview mit unserem Senior Partner Marc Staudenmayer aus dem Jahr 2016 zum VW-Prevent Fall: „ES und Cartrim haben nicht gesiegt, sie haben viel verloren“.

manager-magazin: Die Autozulieferer ES Automobilguss und Car Trim haben im Streit mit Volkswagen die Oberhand behalten – und einige ihrer Forderungen durchgedrückt. Verändert der Streit, der VW dazu zwang, die Produktion einiger Bestseller zu stoppen, nun auch die Beziehungen anderer mittelständischer Lieferanten zu den Autoherstellern? Marc Staudenmayer: Nein, aus meiner Sicht gar nicht. Die Einkaufsabteilungen der Autohersteller haben einen Warnschuss bekommen. Jetzt werden sie die Warengruppen-Strategien überarbeiten. Sie werden wohl die Abhängigkeiten von einem einzigen Hersteller bei wichtigen Bauteilen reduzieren.

manager-magazin: Aus ihrer Sicht: Dürfte sich die Härte, mit der sich ES und Car Trim mit Volkswagen angelegt haben, mittelfristig auszahlen? Marc Staudenmayer: Jeder Autohersteller hat eine schwarze Liste für Zulieferer. Und ich bin mir sicher, dass mit der Prevent-Gruppe verbundene Unternehmen da jetzt oben stehen. Jeder Vorstand in der Automobilindustrie kennt nun den Konflikt zwischen Prevent und VW. Wenn deren Einkaufsleiter künftig ein Unternehmen der Prevent-Gruppe als kostengünstigen Anbieter vorschlagen würde, würde der Vorstand sofort nachfragen – und dann der Aufsichtsrat. ES und Car Trim haben keinen wirklichen Sieg errungen, sie haben viel verloren. Die Verträge mit VW sind zwar nun über die nächsten Jahre gesichert. Doch VW wird sie dann wohl auslaufen lassen und sich andere Zulieferer suchen.

Wie das Manager Magazin heute berichtet, tritt dieser Fall jetzt gerade ein.

„An den August 2016 erinnern sich die Chefeinkäufer des Volkswagen-Konzerns noch genau – wenn auch nicht besonders gerne. Denn damals ließ ein kleiner Zulieferer den Wolfsburger Autoriesen ziemlich schlecht dastehen. Im Streit um einen geplatzten Großauftrag stellten zwei deutsche Töchter der bosnischen Prevent-Gruppe im August kurzfristig die Lieferungen an den Volkswagen-Konzern ein. Tagelang standen deshalb in den VW-Werken in Wolfsburg und Emden Bänder still.

Letztlich einigten sich VW und Prevent in wochenlangen Verhandlungen auf neue Lieferverträge. Vordergründig gewann die Prevent-Gruppe samt ihren Töchtern den Streit gegen den Goliath Volkswagen. Doch nun passiert das, was Branchenkenner bereits kurz nach der damaligen Einigung zwischen Prevent und Volkswagen voraussagten: Volkswagen lässt die Prevent-Gruppe nun komplett fallen. So werden aus den vermeintlichen Gewinnern nun Verlierer – und zwar im Schnellverfahren…“

 

2016 hatte der Zulieferer Prevent und seine Tochtergesellschaften mit einer bis dahin nicht gekannten Agressivität, die bis zu Produktionsausfällen bei VW führten, den Automobilhersteller zu Zugeständnissen gezwungen.

Von Marc Staudenmayer | 06.04.2018 | Presse | News Presse

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